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Für alle Fälle e.V.

Der Für alle Fälle (FaF) e.V. wurde Anfang 2002 von Psychiatriebetroffenen und Nichtpsychiatrie-Betroffenen gegründet, die sich im psychosozialen Bereich engagieren. Der nutzerkontrollierte Verein ist durch das Finanzamt anerkannt gemeinnützig und mildtätig. Er ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Europäischen Netzwerk von Psychiatriebetroffenen (ENUSP) und beim International Network toward Alternatives and Recovery (INTAR).

Alle Gründungsmitglieder haben langjährige Erfahrung im Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V., haben am Aufbau und Betrieb des Berliner Weglaufhauses (www. weglaufhaus.de) mitgewirkt und vielfältige Erfahrungen in der Umsetzung dieses anspruchsvollen und innovativen betroffenenkontrollierten Modellprojekts gesammelt.

Hinzu kommen mehrjährige Erfahrungen von Vereinsmitgliedern mit verschiedensten Publikations- und Fortbildungstätigkeiten zur Information und Stärkung von Betroffenen, Erfahrungen als MitarbeiterInnen im Weglaufhaus "Villa Stöckle", in der Geschäftsführung der Ambulanten Dienste e.V., im Vorstand des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener (www. bpe-online.de), dem Europäischen Netzwerk von Psychiatriebetroffenen e.V. (www.enusp. org), in der betroffenenkontrollierten Forschung, bei der Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatriebetroffener (BOP&P) e.V. und bei INTAR, dem International Network toward Alternatives and Recovery (www.intar.org). Ein Vorstandsmitglied ist designierter Repräsentant von MindFreedom International (www.MindFreedom.org) in Menschenrechtsfragen bei den Vereinten Nationen, ein anderes Mitarbeiter im Weglaufhaus seit dessen Eröffnung. Mitglieder von FaF e.V. waren maßgeblich beteiligt am Aufbau der deutschen, europäischen und weltweiten Diskussionsforen von Psychiatriebetroffenen und ihren UnterstützerInnen.

Die Arbeit des unabhängigen Vereins ist an den vielfältigen und unterschiedlichen Interessen der Betroffenen orientiert. Die Förderung von Beratung, Information und Selbsthilfe ist ein zentrales und originäres Anliegen. Aktuell wird es durch Fortbildungen und Kongressteilnahmen verfolgt.

FaF ist nutzerkontrolliert, ihm gehören mehrheitlich Psychiatriebetroffene an. Das Mitbestimmungsrecht der psychiatriebetroffenen Vereinsmitglieder ist in der Satzung besonders abgesichert. Gleichzeitig steht FaF für die konstruktive Zusammenarbeit mit Angehörigen und Professionellen mit humanistischer Orientierung, ebenso für ein respektvolles Miteinander im Selbsthilfebereich und Wertschätzung von Vielfalt entsprechend der Deklaration von Vejle.

Im Frühjahr 2009 wurde ein durch die Aktion Mensch gefördertes Evaluations- und Praxisprojekt "Personenzentrierte Hilfe aus Sicht der Nutzer" erfolgreich beendet. Anregungen von diesem Projekt sollen in die Umsetzung und Praxis des hier zu beschreibenden und beantragten Projektes einfließen.

Mit dem Ende 2009 beendeten Projekt Beratungsstelle Persönliches Budget (PB-Beratung) schuf FaF e.V. einen offenen und geschützten Raum für Psychiatriebetroffene, damit sie sich von dafür qualifizierten Peers zu den Möglichkeiten des Träger übergreifenden Persönlichen Budgets informieren, beraten und begleiten lassen zu können. Ob dieses Projekt – evtl. in abgewandelter Form – weitergeführt werden kann, ist ungewiss.


Mehr über Fortbildung, Beratung und Forschung in Eigenregie und Für alle Fälle e.V. siehe: Hannelore Klafki, " Für alle Fälle e.V.", in: Psychosoziale Umschau, 20. Jg. (2005), Nr. 1, S. 40-41